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Die Projekte (alphabetisch nach Künstlern/Gruppen geordnet):
Wenn nicht anders angegeben, sind die Projekte zweisprachig, bzw. ohne Sprache.
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AKTIONENundPROJEKTE (pdf, 164 KB)
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Akkumulatornacht (3)
In der Schaubühne Lindenfels
Film- und Videoprogramm, Performance, Tanz, Installationen etc.
Mit: Fabian Barba, Paul Gazzola, Camilla Graff Junior, Anna Hoetjes, Molly and Me, u.v.a.
Die Akkumulatornacht im Juni steht ganz im Zeichen von „play! LEIPZIG – Bewegung im Stadtraum“. Als letzter Abend des Festivals bietet die Akkumulatornacht bereits eine konzentrierte Zusammenfassung ausgewählter künstlerischer Interventionen, die im Verlauf des Festivals im Leipziger Stadtraum zu erleben waren. Die eingeladenen Künstler nutzen für ihre Performances bzw. Dokumentationen alle Räumlichkeiten und Formate der Schaubühne. Das Publikum ist – wie immer zur Akkumulatornacht – eingeladen, aus dem Angebot eine eigene Choreographie des Abends zu entwickeln. Neben den auf das ganze Haus verteilten Aktionen und Installationen wird es weitere im Außenraum geben, jedenfalls viele Gelegenheiten, mit den anwesenden Künstlern und Experten ins Gespräch zu kommen oder einfach nur den Abend zu genießen, mit Grillen auf der Terrasse und Musik, die uns gemeinsam in Bewegung bringt.
Samstag, 26. Juni, ab 20.00 Uhr. Eintritt frei!
Fabián Barba (EC) A Mary Wigman Dance Evening Eintritt: 8€/10€
AV Labor der HGB (DE)
Promenade — Hommage an André Cadere (1943–1978)
Ein leiser Klangspaziergang zum Richard-Wagner-Hain, produziert vom Audiovisuellen Labor der HGB (Hochschule für Graphik und Buchkunst Leipzig). Ein akustisches Aquarell der umgebenden Realität, ihrer ständig variierenden Qualitäten von Gleichzeitigkeit und Ungleichzeitigkeit. Auf den Spuren von André Cadere können die Zuhörer sich einem Zustand kindlicher Naivität annähern, einmal ohne den Zwang, sich zielgerichtet fortbewegen zu müssen. Durch verschiedenste Modi des Hörens wird eine lustvolle Überschreitung der Grenzen zwischen Realität und Fiktion erfahrbar.
Das AV Labor der Hochschule für Graphik und Buchkunst Leipzig, vertreten durch Joana Brunkow, Thomas Janitzky, Max Schneider und Laura Wagner, ist eine künstlerische und wissenschaftliche Plattform, die den Werkstattgedanken ins Zeitalter der “Neuen Technologien” überträgt.
Fabián Barba (EC/BE)
Memories we’ve never had
Ein Besuch der ehemaligen Wohnung und Arbeitsstätte der Ausdruckstänzerin Mary Wigman, die von 1943 bis 1949 in Leipzig lebte.
Wigman – Leipzig – die Vierziger Jahre. Wir haben nichts davon gesehen. Wir können durch diese Straßen gehen. Wir können diese Gebäude betreten. Wir können das alles sehen. Doch wir werden nichts gesehen haben. Leipzig erkunden als einen Ort, der von Geistern bevölkert wird, zu denen auch Wigman, der Krieg und wir selbst gehören.
A Mary Wigman Dance Evening
In einer Aufführung an der Schaubühne Lindenfels zeigt Fabián Barba eine ‘rekonstruierte’ Soirée mit Tänzen von Mary Wigman, wie sie vielleicht in den 1930er Jahren hätte stattfinden können.
Fabián Barba (*1982) erhielt seine Ausbildung in Quito und bei P.A.R.T.S in Brüssel. In den letzten Jahren beschäftigte er sich intensiv mit Arbeit und Leben von Mary Wigman. Mit Tuur Marinus and Marisa Cabal erarbeitete er die Performance “keeping busy keeping still”.
Roland Beer / Ansgar Weber (DE)
Rand und Mitte. Ein literarischer Stadtspaziergang
An ausgesuchten Orten entlang des Weges von der Stadtmitte zum Innenstadtrand (Neues Rathaus bis Richard-Wagner-Hain) werden Leipziger literarische Lebensgeschichten erzählt, zum Teil in Verbindung mit dem Besuch alter und neuer Denkmäler. In diesen Geschichten kehrt das Motiv von Rand und Mitte ebenfalls wieder: Der Schriftsteller zwischen Mitte – im Sinne von Anerkennung und Erfolg – und Rand – im Sinne von Vergessen und Verfemung.
Sprache: Deutsch
Roland Beer (* 1969) ist freiberuflich in Leipzig als Stadtplaner und Fotograf tätig.
Ansgar Weber (* 1968) studierte Romanistik, Literaturwissenschaft, Philosophie und Germanistik in Würzburg, Osnabrück und Angers (Frankreich). Er arbeit als Redakteur für Print-, Online- und Hörfunkmedien. 2004 eröffnete er die Buchhandlung Seitenblick am Lindenauer Markt.
Gustavo Ciríaco / Andrea Sonnberger (BR/AT)
“Aqui enquanto caminhamos”/”Here whilst we walk”
Die Künstler Andrea Sonnberger und Gustavo Ciríaco laden das Publikum zu einem Spaziergang durch die Stadt ein. Inspiriert durch eine lange Tradition, die das Spazierengehen mit der Produktion von Gedanken und Wahrnehmungen verbindet, starten die beiden zu einem Silent Walk, einer sich ständig wandelnden Kontaktaufnahme mit einem Raum, der sich ebenfalls fortwährend bewegt und bewegt wird.
Die Arbeiten des brasilianischen Tänzers Gustavo Ciríaco befassen sich vor allem mit Fragen der Wahrnehmung, der Präsenz und des Diskurses. Die Österreicherin Andrea Sonnberger wurde in Wien und München zur Tänzerin ausgebildet und entwickelt seit 1996 eigene Choreographien.
Paul Gazzola (AU/DE)
The Production of Suspicious Bodies (Workshop-Präsentation)
Das Projekt erkundet, wie Körperbewegungen und Verhaltensweisen Verdacht erregen können. Im spezifischen Umfeld von Leipzig geht es zugleich um die Erfahrung von Situationen, die verdächtig erscheinen. Erforscht werden die unsichtbaren Regeln, die Orte und Plätze prägen und zugleich das Verhältnis von Privatheit und öffentlicher Kontrolle bestimmen.
Paul Gazzolas Arbeiten bewegen sich in einem breiten Spektrum der darstellenden und bildenden Künste. Er entwickelt Performances, Choreographien, Bühnenbilder und Multimedia-Installationen für Theater, Galerien und ortsspezifische Aktionen.
Camilla Graff Junior (DK/FR)
IN AND WITH (me)
‚Leipziger Frauen‘ werden in das Bett der Performancekünstlerin Mona Motel eingeladen, um dort ihre Geschichte zu erzählen. Während des Festivals wird das Bett an verschiedenen Orten zu finden sein, für jeweils 3 Stunden. Einige der Frauen werden spontan angesprochen, mit anderen werden Treffen vereinbart. Jede Teilnehmerin wird gebeten, ein Objekt mitzubringen, das mit ihrer Geschichte verbunden ist und später Teil der Installation werden kann. Am Abschlussabend in der Schaubühne Lindenfels wird das gesammelte Material verknüpft und präsentiert.
Camilla Graff Junior studierte Theater und Tanz in Kopenhagen, New York und Paris und wirkte an mehr als 20 internationalen Produktionen mit. Seit 2002 arbeitet sie mit ihrem eigenen Projekt Giraff Graff an der Schnittstelle von site specific performance und Theater.
Hermann Heisig (DE)
KAUFHAUS URY
Eine performative Installation auf dem Gelände des ehemaligen jüdischen Kaufhauses Ury bei der innerstädtischen Brachfläche Wilhelm-Leuschner-Platz. Auf dem Gelände werden die Grundrisse des Gebäudes rekonstruiert, in einer räumlichen Gegenüberstellung von Vergangenheit und Gegenwart. KAUFHAUS URY imaginiert vergessene Bewegungen in einem nachempfundenen Raum: ein Flanieren durch nicht mehr existierende Aufzüge, Portiershäuschen, Erfrischungsräume, Haupteingänge, Sonderangebote, Schaufenster, Schwingtüren.
Mit Hermann Heisig und Anne Zacho Søgaard
Der Tänzer und Choreograph Hermann Heisig (*1981) lebt seit 2000 in Berlin. Neben Zusammenarbeiten mit Diana Wesser und Nir de Volff war Heisig an zahlreichen weiteren Performance-Produktionen beteiligt. Sein neuestes Projekt ist “Themselves already Hop!”.
hello!earth (DK)
Instant Adventures in Daily Life (provided by SMS)
Sie sind eingeladen zu einer spielerischen Erkundung von Routinen, Zusammenkünften und abseitigen Erfahrungen an alltäglichen Orten. Wahrnehmungen von und Beziehung zu Räumen werden neu definiert; Ihr ganz eigenes Abenteuer im Herzen der Stadt; eine Entdeckungsreise in die Brüche und Spalten, die jeden Ort durchziehen – damals und heute.
Für die Teilnahme ist ein Mobiltelefon mit deutscher Rufnummer/deutscher SIM-Card erforderlich (Informationen über das Festivalbüro).
Sprache: Englisch
hello!earth (Vera Maeder/Jacob Langaa-Sennek) arbeiten im Bereich der site specific performance und der sozialen Intervention. Die Ergebnisse ihrer Langzeitstudien und -prozesse präsentieren sie auf der Bühne, in Installationen und immer neuen performativen Hybriden.
Heike Hennig (DE)
Massen-Contact-Jam. Tanztheater der Generationen zum Mitmachen
In der amerikanischen Tradition der contact improvisation leitet Heike Hennig in der stadtnahen Natur diese Massen-Contact-Jam an der Sachsen-Brücke/Clara-Zetkin-Park. Eine Tanzform, die Gewichtnehmen, Gewichtgeben, ein Spiel zwischen Fliegen, Fallen und Rollen am Boden fokussiert. Am Anfang steht ein genussreiches Aufwärmen des Körpers und sanfte Körperarbeit am Ende.
Die Leipzigerin Heike Hennig studierte Tanz, Choreographie und Body-Mind Centering. Ihr autobiographisches Tanztheater „Zeit – tanzen seit 1927“ wurde 2007 verfilmt und auf ARTE ausgestrahlt. 2009 eröffnete sie das Neue Museum Berlin mit der Choreographie “Timeless”.
Georg Hobmeier (AT)
Area. Choreographische Operationen für den öffentlichen Raum
Area ist eine Performance für vier Tänzer im öffentlichen Raum. Zufallsgesteuerte und artikulierte Körper konfrontieren die Verhaltensmuster der sie umgebenden urbanen Landschaft. Area entfaltet sich aus vorgefertigten Bewegungsmodulen und lässt die Performer durch die Stadt navigieren. Die algorithmischen Muster der Choreographie überschreiben dabei Geographie und Architektur des Stadtraums. Die Zuschauer verfolgen die sich stetig fortbewegenden Gruppe von Performern, wissend um die Entstehung der sichtbaren Handlungen.
Mit: Jule Flierl, Georg Hobmeier, Tommy Noonan und Deepak K. Shivasvamy
Georg Hobmeier studierte Schauspiel und zeitgenössischen Tanz in Salzburg, Utrecht und Amsterdam. Seit 2001 trainierte und arbeitete er als Performer und Choreograph. Für seine Arbeiten erhielt er zahlreiche Preise und Förderstipendien.
Anna Hoetjes (NL)
Single Mass Performance
Anna Hoetjes Arbeit basiert auf den Frauenübungen des Deutschen Turn- und Sportfests 1977. Indem sie sich selbst als Individuum der Masse gegenüberstellt, befragt sie die damaligen Wirkungsweisen der Massenchoreographie ebenso wie ihre eigene Rolle als Individuum in der heutigen Gesellschaft. Die Performance ist Teil eines größer angelegten Projekts zum Turn- und Sportfest in Leipzig, ebenso wie ihre dokumentarische Videoarbeit „Es war hart / Es müsste es wieder geben“, die während des Festivals zu sehen sein wird.
Anna Hoetjes (*1984) studierte an der Rietveld-Akademie Amsterdam, der Cooper Union School of Arts New York und der UdK Berlin. Zur Zeit ist sie Meisterschülerin des Dutch Art Institute Amsterdam und Artist in Residence des Leipzig International Art Program.
Miriam Horwitz (DE)
„Ich bin der Herr. Ich bin ein Mensch. Ich bin Christus.“ Das Nijinsky Projekt
Das Projekt besteht aus drei Teilen: Einem Film, der ein Jahr lang auf dem Gelände der Alten Messe Leipzig gedreht wurde, einer Live Performance, die sich aus Körpermaterial und Sprache, die für den Film erforscht wurden, zusammensetzt, und einer Dokumentation dieser Performance. Auf dem historischen Gelände der Alten Messe wird versucht, dem Menschen Nijinsky an der Schwelle zu seiner Geisteskrankheit über ein drittes Medium, die Kamera, näher zu kommen.
Mit: Miriam Horwitz, Paul Matzke und Claire Vivianne Sobottke, Video: Daniel Hengst.
Sprache: Deutsch
Miriam Horwitz (*1984) studiert Schauspielregie an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst “Ernst Busch”. Ihre umfangreichen Recherchen zur den Tagebüchern Vaslav Nijinskys wird sie voraussichtlich Ende 2010 am Zentrum Inkonst (Malmö) publizieren.
internil (DE)
1. Beiseite Gesprochenes. Eine Warenhauselegie
2. Das Vorgehen in der Landschaft
Ein mehrstimmiges Driften durch Stadtentwicklungskonzepte, Brachflächen, Einkaufswelten und die Überreste der Zukunft.
Teil 1: Westliche Leipziger Innenstadt. Weichbildbeschreitungen, 2/3-Absenzen, Besprechung vergangener und künftiger Sehfehler, Valorisierungsversuche im Strömungskanal, Channeling der Stimmen der Bürgermeister und andere Verlusterfahrungen.
Teil 2: Lindenauer Hafen. Festes Schuhwerk empfohlen.
Mit Melanie Schmidli, Arne Vogelgesang, Markus Wagner und Christoph Wirth.
Sprache: Deutsch
Seit 2005 arbeitet der internil – Verein zur Untersuchung Sozialer Komposition in wechselnden Formationen und mit verschiedenen Ausgangsmaterialien, u.a. Architektur, Graffiti, Musik, Video, Fernsehen und Literatur. Gegründet in Wien ist der Verein heute vor allem in Leipzig tätig.
Projekt Kaufhaus Joske (DE)
Führungen im und um das ehemalige Kaufhaus Joske in Leipzig-Plagwitz
Im Sommer 2008 wurde auf dem Gelände eines ehemaligen jüdischen Kaufhauses in Leipzig-Plagwitz von den Künstlern Till Gathmann, Fabian Reimann, Cindy Schmiedichen und Rebecca Wilton das Projekt Kaufhaus Joske initiiert. Das Projekt begreift sich als Kunstort, als Ort der Vermittlung und Darstellung von Geschichte. Kleine Zeichen und verhangene Reste von Schriftzügen an den Wänden eines der Treppenhäuser waren der Auslöser für eine umfangreiche Recherche über das Kaufhaus, die zu unterschiedlichen künstlerischen Umgangsweisen führte.
Mit Cindy Schmiedichen und Rebecca Wilton
Sprache: Deutsch
Die bildende Künstlerin Cindy Schmiedichen (*1977), die Fotografin Rebecca Wilton (*1979), der Typograph Till Gathmann (*1977) und der bildende Künstler Fabian Reimann (*1975) waren oder sind Schüler der Hochschule für Graphik und Buchkunst Leipzig.
Thomas Lehmen (DE)
Sprenggänge
Während der abwechslungsreichen Geschichte Leipzigs wurden immer wieder Gebäude aus verschiedenen Gründen gesprengt, teils wiederum aufgebaut, etwas anderes errichtet, oder die Fläche freigelassen. Bei manchen existierenden Gebäuden wird zur Zeit eine Sprengung erwägt. Zukünftige ökonomische, politische, oder auch ästhetische Gründe könnten zu einer Sprengung eines Gebäudes führen. Was machen wir mit den Leerstellen? Entlang eines Spazierganges ist jeder eingeladen, zufällig gefundene Dinge in seiner Phantasie in ein utopisches Kunstwerk zu verwandeln. An einigen Gebäuden stoppt der Spaziergang und ein Sprengmeister erläutert mit welchen Techniken man diese bestimmten Gebäude fachlich sprengen könnte.
Thomas Lehmen ist freiberuflicher Choreograph, Tänzer und Lehrer. Er studierte an der School for New Dance Development in Amsterdam. Seit 1990 lebt er in Berlin. Er unterrichtet an Universitäten in Amsterdam, Hamburg, Berlin, oder Reykjavik. Er arbeitet unter anderem mit choreografischen Systemen, die oft auf eine individuell künstlerische Gestaltung abzielen.
LIGNA (DE)
Die Unterbrechung. Ein Dialog mit Laban
Rudolf von Laban gründete in den 1920er Jahren in ganz Deutschland Bewegungschöre, deren Tanzaufführungen Feste sein sollten, an denen alle beteiligt sind. Nach 1933 verstand Laban den Bewegungschor als Ausdruck der Wiedergeburt Deutschlands im Geiste des Nationalsozialismus. Ausgehend von der Choreographie „Vom Tauwind und der neuen Freude“, die Laban für die Eröffnung der Olympischen Spiele 1936 entwickelte, untersucht “Die Unterbrechung” das Verhältnis von Körper, Gemeinschaft und Sport im Verhältnis zum öffentlichen Raum der Aufführung.
Die 1997 gegründete Gruppe LIGNA (Ole Frahm, Michael Hüners, Torsten Michaelsen) hat ihr Ziel, die Auflösung der Grenzen zwischen Performern und Publikum, schon mehrmals umgesetzt, so etwa im “Radioballett” (Hauptbahnhof Leipzig) und dem Theaterstück “Neuer Mensch”, das zur Eröffnung des Festivals am 24. Juni ab 19.30 im Centraltheater zu sehen sein wird.
Dani Lima (BR)
Choreographie für Gehwege, Fußgänger und Tauben (Workshop-Präsentation)
Das Projekt arbeitet mit Bewegungsimprovisationen und Echtzeitkompositionen im öffentlichen Raum der Innenstadt. Auf der Basis einiger einstudierter Bewegungsmuster werden spontane, kollektive Interventionen durchgeführt, wobei es vor allem darum geht, mit Passanten und Architektur zu interagieren bzw. auf unvorhersehbare Situationen zu reagieren.
Dani Lima ist Tänzerin, Performerin und Choreographin. 1997 gründete sie in Brasilien ihre eigene Company und realisierte viele internationale Workshops und Performances. Ihre Themen sind: Identität, Erinnerung, Wahrnehmung – “everyday life body poetics”.
Lukas Matthaei (DE)
FAKING THE REAL – Performative Panoramen (Workshop-Präsentation)
Ausgangspunkt des Projekts ist die Idee der Panoramen, Gebäude mit 360-Grad-Rundumbildern, die entfernte Orte oder historische Episoden zeigen, optische Totalillusionen und Trugbilder. In dem Panorama, das früher an einem zentral gelegenen Platz in der Leipziger Innenstadt ein bekanntes Restaurant umgab, konnten die Besucher im Angesicht der Weltgeschichte speisen. Das Projekt wird orientiert an bestimmten Gebäuden und Orten von Leipzig „performative Panoramen“ entwickeln, die im Verlauf des Festivals erfahrbar gemacht werden.
Die seit 2002 unter dem Label matthaei & konsorten entstehenden Inszenierungen und Installationen sind nur selten für klassische Bühnensituationen konzipiert. Sie finden vor allem im öffentlichen Raum und unter Einbeziehung von Anwohnern und Passanten statt.
Molly and Me (DK/UK)
Singing Leipzig
MOLLY AND ME werden von Kopenhagen und London anreisen, um ihre eigenen, sehr persönlich gefärbten Songs über Leipzig zu schreiben. Um die Stadt zu erkunden, werden sie täglich in ihren unverwechselbaren Troubadour-
Kostümen täglich ausschwärmen und singen, Melodien entwickeln und kleine, rhythmische Tänze aufführen. In ständigem Kontakt mit der Stadt werden sie Material für diese Songs sammeln und auch an den Schauplätzen des Festivals anwesend sein. Das Ergebnis präsentieren sie im Rahmen der Matinee, die am Sonntag im Centraltheater stattfinden wird.
Molly Haslund und Catherine Hoffmann leben und arbeiten in London, Glasgow und Kopenhagen. Seit 2007 entwickeln sie das gemeinsame Musizieren mit Ukulele und Percussion zu einer vielseitigen Form der Recherche, Reflexion und Inszenierung.
Irina Pauls (DE)
Orte, Erinnerungen und Tanzen
Ausgangspunkt des Projekts sind Lebensgeschichten von Leipziger Frauen, die eng mit bemerkenswerten Orten der Stadt Leipzig verbunden sind. Die Frauen kehren an die Orte zurück, die ihr Leben mitgeprägt haben. Die Orte haben sich verändert, die Gebäude haben andere Funktionen. Doch die besonderen Sichten der Frauen erfüllen den Ort. Daraus speisen sich die Performances, die Irina Pauls zusammen mit Seniorentänzerinnen entwickelt hat und die den Zuschauern körperliche Einblicke in diese Erinnerungen geben.
Sprache: Deutsch
Irina Pauls studierte an der Palucca Schule Dresden und der Theaterhochschule „Hans Otto“ Leipzig. Unter ihrer Leitung entstanden mehr als 40 Tanzstücke. Zur Zeit ist sie künstlerische Leiterin der „Company“ und der Company „D.C. Dilligence“ am Leipziger Tanztheater.
Paul Plamper (DE)
RUHE 1
Ein Restaurant in der Stadt. Es wird geplaudert, diskutiert, gelacht. Plötzlich lässt ein Vorfall draußen auf der Straße die Gespräche der Gäste verebben. Man müsste einschreiten, helfen. Ein Moment von Ruhe entsteht im Raum. Ruhe, in der beides möglich ist: Einmischung und Distanz. Absolute Stille. Wird jemand aufstehen? Paul Plamper untersucht mit seinem Hörstück eine plötzliche Ruhe als Politikum. Aus dem scheinbaren Nebeneinander alltäglicher Restaurant-Gespräche wird in diesem Hörspiel eine Gemeinschaft, die eine Entscheidung trifft.
Sprache: Deutsch
Paul Plamper ist Hörspielmacher und Theaterregisseur in Berlin und inszenierte unter anderem Artaud… mit Martin Wuttke am Berliner Ensemble und Der Auftrag am Stadttheater Istanbul. Seit 2005 kuratiert er die Hörspielzentrale im Berliner HAU.
Sein Verlag: www.hoerspielpark.de
plan b (UK/DE)
The Monday Walks
Das Projekt von plan b untersucht einen besonderen Aspekt der Montagsdemos von 1989. In Zusammenarbeit mit Studierenden der Universität Leipzig werden die Wege einzelner Personen zu den damaligen Demonstrationen durch GPS-Technik rekonstruiert und im Rahmen des Festivals präsentiert. Außerdem entsteht ein kollektiver Audio-Walk, der die Demonstrationsroute um den Ring zum ehemaligen Stasi-Hauptgebäude nachvollzieht. Das Projekt wird die Phantasie der Teilnehmer anregen, städtische Räume wieder als Orte politischen Handelns zu denken.
plan B ist seit 2002 das Label der Kooperation von Sophia New und Daniel Belasco Rogers. Die gemeinsamen Projekte bestehen aus Installationen, theoretischer Arbeit, Langzeit-Performances, Projekten medialer Verortung, Walks/Gängen und Theaterinszenierungen.
random people (UK/DE)
Loop
Während des gesamten Festivals werden Random People sich auf einen Dauerlauf entlang des Leipziger Rings begeben, wobei ihre Ambitionen nicht der Geschwindigkeit, sondern der Kontinuität der Bewegung gelten. Vom 24. Juni 16.00 Uhr an wird stets mindestens eine mit Trainingsjacke bekleidete Person den Ring entlanglaufen. Um ihre Aufgabe zu erfüllen, sind die Performer auf Unterstützer angewiesen, die sie entweder für eine Weile begleiten oder eine Strecke des Weges alleine bewältigen. Als Dank erhalten alle Teilnehmer das Random-People-Sportabzeichen.
random people wurden 2007 von Daniel Ladnar und Esther Pilkington gegründet. Ihre Basis ist Aberystwyth (Wales). Hier entwickeln sie künstlerische Konzepte für Arbeiten, die außer in Wales auch in Österreich, Deutschland und anderen Ländern realisiert werden.
raum4 – netzwerk für künstlerische alltagsbewältigung (DE)
„small town blues“ aus der Reihe: Heimatforschung & Reminiszenz
Wir zeigen Dias von zuhause. Um uns zu erinnern. Um Biographien und Gegenden neu zu entdecken. “small town blues“ ist eine Art ‘storytelling theater’ und Diaabend. Und die Stadt sieht ganz anders aus, Perspektiven ändern sich und vergangengeglaubtes wird wieder lebendig. Dieser „small town blues“ ist eine Reminiszenz an die verschwundenen Hochhäuser am Brühl und an „Heimat Moderne“. „small town blues“ ist ein Konzept und eine Idee von Ulrich Hüni.
Sprache: Deutsch
„raum4 – netzwerk für künstlerische alltagsbewältigung“ ist ein Gruppe künstlerisch
Suchender. Wir verstehen unsere Arbeit als Treffpunkt für Fragen, Beobachtungen und Irritationen. Und wir sind Anstifter, Produzenten und Stützpunkt für kulturelle Projekte, die zur Erkundung, Beschreibung und Belebung der oft befremdlich erscheinenden Umwelt beitragen wollen.
Katrin Richter, Spinnwerk (DE)
„Die Piependorfer kehren zurück“. Eine inszenierte Führung zur Baumwollspinnerei
“Die Piependorfer Eingeborenen lebten wie eine große Familie, keiner war reicher, keiner ärmer als der andere. Sie vermehrten sich, rauften auch manchmal und standen Freitag bis Sonntag unter dem Einfluss des Alkohols. Die Gegend war in Leipzig berüchtigt und deshalb gemieden.” (aus einer Chronik). Die Spinnwerker haben sich in der Fabrik und ihrer Umgebung auf Spuren¬suche begeben. Gefunden haben sie Menschen und Orte, ihre Geschichte und ihre Geschichten.
Sprache: Deutsch
Katrin Richter (*1970) hat zahlreiche Projekte im Bereich Theaterpädagogik und Jugendtheater realisiert und leitet das Spinnwerk als Teil des Schauspiels Leipzig. Darüber hinaus ist sie im TV und auf der Bühne als Schauspielerin und Comedian präsent.
Britt Schlehahn (DE)
Melodie und Rhythmus. Ein Spaziergang zu Landschaft, Politik und Sport.
Melodie und Rhythmus – Ein Spaziergang zu Landschaft, Politik und Sport.
Der Raum zwischen Innenstadt und Elsterflutbecken bot und bietet weiterhin ausreichend Fläche für Projektionen aller Art. Dabei kreuzen sich Ideologien, Baumbestand und Denkmalsreste unterschiedlichster Gesellschaftsformationen, und es zeigt sich – mehr versteckt als offen – wie Bewegung, Geschichte und Raum einander beeinflussen. Der Spaziergang folgt dieser besonderen Rhythmik und führt vom Centraltheater über das Zentralstadion zur ehemaligen Deutschen Hochschule für Körperkultur und zum Richard-Wagner-Hain.
Sprache: Deutsch
Britt Schlehan (*1972) ist Kulturwissenschaftlerin und Kunstgeschichtlerin aus Leipzig. Seit 2000 ist sie Stipendiatin am Graduiertenkolleg Technisierung und Gesellschaft der Universität Leipzig, Forschungsschwerpunkt Kultur- und Körpergeschichte des 18. – 20. Jahrhunderts.
Chris Standfest (AT)
„Völker. Schlachten. Sprechen”. Movement in Sound – eine Lektüreperformance
Kann sich das Völkerschlachtdenkmal als Ort erweisen, an dem individuelle Körper und singuläre Gesten einen „tätigen“ Kontrast zum Pathos von Totenkult, Macht und Gewalt behaupten? Was passiert, wenn in diesen quasi-sakralen Echoraum Sprache und Körper eingreifen? Studierende machen das Denkmal vorübergehend zu einem Lektüre- und Bewegungsraum für Klage und Erinnern, Demokratie und Gemeinschaft und “Forgiveness” (Jacques Derrida).
Mit Texten und nach Motiven von Aischylos, Kleist, Müller, Derrida u.a.
Die Wienerin Chris Standfest (*1963) arbeitet theoretisch in den Bereichen Germanistik, Philosophie, Gender Studies und politischer Aktivismus, hat aber auch als Performerin an zahlreichen Projekten in Deutschland, Österreich und der Schweiz mitgewirkt.
Twio-X e.V. (DE)
Körper – Grenzen – Stadtlandschaften. Mit Parkour die Welt neu entdecken
Auch in Leipzig gibt es Parkour-Läufer oder Traceure [fr. der, der eine Linie zieht], die vor keinem Hindernis Halt machen. Ihre Utopie: Dem öffentlichen Raum eine Bewegungs¬form abtrotzen, die sich der Disziplinierung verweigert und durch keine Mauer zu bremsen ist. Zur kreativen Selbsterfahrung mit Anweisung oder einfach nur zur Lust am Schauen laden die Leipziger Traceure auf die Alte Messe. Zwischen den historischen Bauten werden mit Hilfe verschiedener Techniken aus Parkour, Freerunning und Tricking gemeinsam neue Bewegungsideen entwickelt.
Twio X e.V. besteht seit 2006. Bereits früh konzentrierte sich ihre Tätigkeit auf die Vermittlung der Sportart Parkour nach der Lehre ihres Begründers David Belle. Seitdem haben sie zahlreiche Projekte und Veranstaltungen rund um Parkour betreut und durchgeführt.
Doris Uhlich (AT)
Lipsi Swan
Ein Schwan nistet sich am 27. Juni in Leipzig ein. Ausgangsmoment für seine Performance ist das Tanzsolo „Der sterbende Schwan“ von Anna Pavlova aus dem Jahr 1905. Das Auf und Ab des Schwans, die Wucht des Flügelschlags und das Widersetzen gegen das Untergehen finden eine neue Form: Der sterbende Schwan wird mit Bewegungen der Gegenwart verknüpft – Auf und Ab, Fallen und Steigen, Crashen, Platzen und Boomen. Für seinen Auftritt in Leipzig beschäftigt sich der Schwan aber auch mit dem Lipsi, einem offiziellen Tanzschritt der ehemaligen DDR.
Doris Uhlich ist Choreographin, Tänzerin und Tanzpädagogin in Wien. Neben zahlreichen Stipendien, Residencies, Lectures und Coachings spielt sie im theatercombinat Wien und realisiert seit 2006 eigene Projekte: „und“, „SPITZE, „mehr als genug“, “Johannen“.
urban col(laboratory) (UK/DE)
Walking through Walls (Durch Wände Gehen) Hörspielspaziergang für je 1 Person
Wie werden Orte produziert? Was definiert ihre Grenzen? Und welche Bewegungen und Routinen ereignen sich hinter den Kulissen, um diese Orte wiederherzustellen? Machen Sie mit urban (col)laboratory einen einzigartigen Nachtspaziergang durch die Wände des Leipziger Centraltheaters, um herauszufinden, was passiert, wenn Menschen, die sonst eigentlich unsichtbar bleiben, sich zeigen und an den Plätzen spuken, die sie täglich wiederherstellen.
Sprache: Deutsch
urban (col)laboratory sind die Architektin Helen Stratford (Cambridgeshire, UK) und die Künstlerin Diana Wesser (Leipzig). Ihr Ziel ist die Erforschung alltäglicher Routinen und Bewegungsgesetze, mit denen öffentliche Räume nicht nur genutzt, sondern überhaupt erst produziert werden.
Bertram Weisshaar (DE)
Promenadologie @ Promenadenring Leipzig
Der Leipziger Promenadenring markiert den Raum der ehemaligen Stadtbefestigung, welche die Bewegungen zwischen Stadt und Umland reglementierte. Auch heute noch hat der Ring eine stark trennende Wirkung. Das Projekt geht aus von alltäglichen Bewegungsmustern in diesem traditionellen Zwischenraum. Mithilfe der „Promenadologie“ wird versucht, diesen Raum einmal anders zu denken. Der Spaziergang mit Bertram Weisshaar wird auf spielerische Weise anderen Bewegungslinien folgen, um dadurch eine alternativ denkbare Realität zu erkunden.
Sprache: Deutsch
Bertram Weisshaar lebt seit 2001 in Leipzig. Er ist Fotograf und Landschaftsplaner und seit 1996 freiberuflicher Künstler und Spaziergangsforscher. Er hat zahlreiche Spaziergänge und weitere Projekte im Kontext der Stadtentwicklung und der bildenden Künste realisiert.
Britta Wirthmüller / Petra Zanki
The Silent Walk
Eine geführte Stadttour durch das Leipziger Waldstraßenviertel, die auf sprachliche Vermittlung verzichtet. Indem die Richtung, das Schritttempo und der Blick der Zuschauer choreographiert werden, kommt nach und nach eine verdeckte Geschichte der Stadt zum Vorschein. Dabei verschmelzen die Bilder, Geräusche und Ereignisse, die die Zuschauer erleben, langsam in einem Kaleidoskop aus Erinnerungen, Reminiszenzen und Assoziationen.
Die Berlinerin Britta Withmüller (*1981) erhielt ihre Ausbildung unter anderem an der Dresdner Palucca Schule. Petra Zanki (*1977) wurde in Split geboren und studierte in Paris. Neben ihrer Arbeit als Performerin und Choreographin veröffentlichte sie zahlreiche Texte.

